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Schritt für Schritt in die Selbstständigkeit. Wir beraten, Sie starten.


Dr. Eva-Maria Lerche

Unternehmer/in des Monats Oktober 2017


Dr. Eva-Maria Lerche

Name: Dr. Eva-Maria Lerche
Wohnort: Münster
Beruf: Schreibtrainerin und Schreibcoach
Firma: Wege zum Schreiben / schreibraum.ms
Branche/Tätigkeitsfeld: Schreibdidaktik, Training und Coachin

 

Warum ich mich selbständig gemacht habe?

Mit dem schreibraum.ms, den ich im Mai 2017 in Münsters Südviertel eröffnet habe, konnte ich einen lange gehegten Traum verwirklichen: einen gemütlichen und inspirierenden Ort zum Schreiben und für Schreibende zu schaffen. Nach sechs Jahren als Schreibtrainerin an einer Universität hatte ich genug Erfahrungen für ein eigenes Schreibzentrum gesammelt und wollte endlich meine Ideen und Konzepte ohne institutionelle Bremsklötze umsetzen. Nun freue ich mich jeden Tag daran, Menschen im beruflichen, wissenschaftlichen und kreativen Schreiben dabei zu unterstützen, wie sie neue oder lange aufgeschobene Schreibprojekte angehen, Schreibblockaden überwinden, wieder mit Spaß und Leichtigkeit schreiben und beherzt an den eigenen Texten feilen, bis sie wirklich überzeugen. Die inneren Kritiker schicken wir dabei vor die Tür, bis der richtige Moment gekommen ist, um sie wieder freundlich hereinzubitten.

Was für mich und mein Leben Selbständigkeit bedeutet?

Freiheit. Die Freiheit, meine Arbeit auf allen Ebenen selbst zu gestalten und mit Sinn zu füllen, ohne Chef*innen und überkommene Hierarchien. Natürlich sind die Arbeitszeiten weniger planbar, weil Aufträge entweder im Rudel oder gar nicht kommen. Aber es ist eine andere, selbstbestimmte Flexibilität im Gegensatz zur erzwungenen, unbezahlten "freiwilligen Mehrarbeit", wie ich sie von meiner Arbeit an Universitäten kenne.

Wo sehe ich die Ziele für meine Firma / für mich selbst?

Viele denken bei dem Wort Schreibtraining nur an den sprachlichen Feinschliff, an Grammatik, Kommaregeln oder Rechtschreibung, d.h. die Arbeit am weitgehend fertigen Text. Doch ein Schreibtraining setzt schon viel früher an und umfasst den gesamten Arbeitsprozess von der ersten Idee bis zum fertigen Text. Denn die Voraussetzung für einen gut strukturierten und sprachlich überzeugenden Text ist ein sinnvoll gestalteter Schreibprozess. Mein Ziel ist deshalb, Menschen dabei zu begleiten, ihren Weg zum Schreiben zu finden und weiterzuentwickeln. Hierbei blicken wir auf alle Teilschritte des Schreibens: Wie gelangen Sie vom Gedankenknäuel zu einer stimmigen Textstruktur? Wie können Sie das Schreiben als Denkwerkzeug nutzen? Wie bekommen Sie den verflixten ersten Satz auf das Papier oder den Bildschirm? Wie überarbeiten Sie systematisch Struktur und Sprache Ihrer Texte, damit das, was Sie sagen möchten, auch bei den Adressat*innen ankommt? Praktische Handwerkstechniken des Schreibens, ein fehlerfreundlicher Raum, um Neues zu erproben, und eine Feedbackkultur, die beflügelt und anfeuert – das sind die Zutaten für gelingendes Schreiben und gute Texte. Dieser Ansatz aus dem englischsprachigen Raum, die sogenannte prozessorientierte Schreibdidaktik, ist in Deutschland immer noch relativ unbekannt. Deshalb ist mein Ziel auch, sowohl den schreibraum.ms als Ort für beruflich, wissenschaftlich und kreativ Schreibende zu etablieren als auch die schreibdidaktischen Konzepte und Methoden durch Inhouse-Seminare in Hochschulen und Unternehmen zu tragen. Meine Lieblingsthemen sind dabei kollaboratives Schreiben im Team und der Einsatz von Schreibmethoden als Mittel zum Denken, Klären und Reflektieren.

Wie stelle ich mir ein glückliches Berufs- / Leben vor?

Wenn wir in einem Schreibcoaching die Gedankenknäuel entwirren und plötzlich alle Puzzleteile an ihren Platz fallen. Wenn ich in einem Workshop einen Schreibimpuls gebe und plötzlich nur noch das schnelle Streichen der Stifte über Papier oder das leise Klappern der Tastaturen zu hören ist. Wenn sich die Teilnehmer*innen trauen, ihre ganz frischen Texte vorzulesen, die uns zum Lachen bringen, unter die Haut gehen oder mit offenem Mund staunen lassen. Wenn in Feedbackrunden plötzlich alle Augen leuchten, weil unsere Texte immer viel besser sind als wir selbst meinen. Wenn alle beschwingt und bestärkt nach Hause gehen und die Schwere, mit der Schreiben oft behaftet ist, zurücklassen. Dann weiß ich, dass ich genau dort bin, wo ich sein möchte.

Was möchte ich anderen "Neu-Gründern"
mit auf den Weg geben?

So wie das Schreiben ist auch das Gründen ein Prozess mit vielen Facetten. Vieles lässt sich erlernen, Hindernisse können Schritt für Schritt aus dem Weg geräumt werden. Ich muss nicht als Gründerin geboren werden, ich kann in diese neue Rolle hineinwachsen. Und dieser Prozess ist nicht mit dem Gründungsdatum abgeschlossen. Fehler zu machen gehört dazu, sie bedeuten nicht das Ende der Selbständigkeit, sondern ermöglichen neue Perspektiven, zeigen neue Wege und erhalten die Neugier auf Veränderungen. Das wichtigste ist dabei für mich, dass es wirklich absolut keinen Grund gibt, diesen Weg allein zu gehen. Deshalb: Baut euch ein ehrliches Netzwerk mit Fachkol-leg*innen, mit anderen Neugründer*innen, mit netten Menschen auf und achtet auf ein Gleichgewicht aus Geben und Nehmen. Holt euch Unterstützung von Profis, die euch gleichermaßen zum Träumen und zum Realitätscheck ermutigen. Bleibt authentisch und trotzdem offen für Neues.

 

http://www.eva-lerche.de

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