Warum ich mich selbständig gemacht habe?
Ich bin mehr als mein halbes Leben Softwareentwickler und habe bei vielen Firmen gearbeitet, von kleinen Startups bis zu Google. Überall gab es dieselbe Herausforderung: Wie schaffe ich es, dass die Software über die Jahre hinweg mit den wachsenden Anforderungen mitwachsen kann und langfristig wartbar bleibt? Bei Google zum Beispiel habe ich am Browser Chrome mitgearbeitet, einem Projekt, das auf eine mehr als 20-jährige Geschichte zurückblicken konnte. Mein Team hat sich damals viel mit der Modernisierung beschäftigt und ich habe mir viele Nächte mit altem Code um die Ohren geschlagen. Und aus Frust heraus habe ich dann viele Schritte automatisiert, so dass wir Tage anstatt Wochen oder gar Monate gebraucht haben. Diese Lösungen waren aber noch sehr spezifisch für das Projekt und ließen sich nicht ohne Weiteres auf andere Softwareprojekte übertragen. Mit der Veröffentlichung von ChatGPT durch OpenAI sah ich auf einmal die Möglichkeit, die Vorteile dieser neuen Technologie mit meiner Erfahrung zu kombinieren und mich damit selbstständig zu machen.
Was für mich und mein Leben Selbständigkeit bedeutet?
Selbstständigkeit bedeutet für mich, die Gestaltung meines Lebens selbst in der Hand zu haben – in guten wie in schlechten Zeiten. Ich stehe jeden Morgen auf und weiß ganz genau: Es liegt bei mir, wie dieser Tag wird und was ich daraus mache. Die folgende Zeile aus einem Lied beschreibt für mich das Gefühl sehr gut: „As soon as you taste independence you start living life in the present“ (Yonaka)
Wo sehe ich die Ziele für meine Firma/ für mich selbst?
Unser aller Leben wird mittlerweile massiv von Software bestimmt. Sie befindet sich in fast allen Bereichen unseres Lebens. Aber Software ist immer nur ein Modell unserer Wirklichkeit. Und dieses Modell stößt viel zu oft an seine Grenzen: Wir alle kennen Situationen, in denen Software Fehler macht oder der Komplexität der echten Welt nicht gewachsen ist. Ich möchte mit meinem Unternehmen einen Beitrag dazu leisten, dass sich Entwickler darauf konzentrieren können, mit den Benutzern ihrer Software im Austausch zu sein und ein möglichst stimmiges Bild der Realität abbilden zu können, anstatt sich in der Fehlersuche, der Wartung ihrer Anwendung oder Ähnlichem zu verlieren.
Das Produkt PEQY konzentriert sich auf das ERP-System Business Central von Microsoft. Denn ERP-Systeme sind ein Modell des jeweiligen Unternehmens. Und wie ein Kunde mal sagte: „Wenn das ERP-System nicht läuft, dann steht das Unternehmen still.“
PEQY überprüft dabei jede Änderung am System, bevor sie live geht. So können Entwickler schneller und mit weniger Fehlern auf die Bedürfnisse ihrer Nutzer reagieren. Und Kunden können sich darauf verlassen, dass das System, mit dem sie jeden Tag arbeiten, zuverlässig funktioniert.
Wie stelle ich mir ein glückliches Berufs-/Leben vor?
Ein glückliches Berufs-/Leben bedeutet für mich, die beiden Teile nicht als Konflikt zu sehen. Die Selbstständigkeit gibt mir dabei die Möglichkeit, auf das zu reagieren, was in meinem Leben gerade wichtig ist. Mal ist das die Arbeit. Und mal ist das die Familie. Ein großer Vorteil der Selbstständigkeit ist natürlich auch, dass man sich aussuchen kann, mit wem man zusammenarbeiten möchte!
Was möchte ich anderen „Neu-Gründern“ mit auf den Weg geben?
Das Wichtigste ist eigentlich, einfach anzufangen. Meistens kommt es eh ganz anders, als man es sich vorgestellt hat. Manches scheint in der Vorstellung unüberwindbar, tritt in der Realität aber nie auf. Und an so manches hat man vorher gar nicht gedacht. Und an zweiter Stelle würde ich Geduld mit auf den Weg geben. Viele Dinge dauern länger als erwartet und funktionieren vielleicht auch nicht beim ersten Anlauf. Und vielleicht auch noch nicht beim zweiten. Ich, für meinen Teil, musste erst einmal in vieles hineinwachsen.