Warum ich mich selbständig gemacht habe?
In unseren Jobs haben wir immer wieder gesehen, wie viel Wissen verloren geht, wenn jemand geht und wie wenig dagegen getan wird. Am Ende war es eine Mischung aus Überzeugung und der Lust, es einfach zu versuchen. Wir hatten ein Problem vor uns, von dem wir wussten, dass es echt ist und dass es kaum jemand ernsthaft angeht. Und wir wollten lieber die sein, die es probieren, als in ein paar Jahren zu überlegen, was gewesen wäre.
Was für mich und mein Leben Selbständigkeit bedeutet?
Vor allem, dass Arbeit und Leben nicht mehr sauber getrennt sind, und das ist (meistens) positiv. Was wir tun, ist kein Job, den man abends ablegt, sondern etwas, das wirklich uns gehört. Das bringt Freiheit und Druck im selben Paket: Wir entscheiden alles selbst, müssen aber auch mit allem leben, was wir entscheiden. Das ist ein fairer Deal, weil wir morgens für etwas aufstehen, das sich nach uns anfühlt.
Wo sehe ich die Ziele für meine Firma/ für mich selbst?
Wachsen wollen wir natürlich, aber das eigentliche Ziel ist konkreter: dass in den Unternehmen, mit denen wir arbeiten, niemand mehr bei null anfängt, nur weil ein erfahrener Kollege geht. Wenn jemand Neues am ersten Tag auf das Wissen von Jahrzehnten zugreifen kann, haben wir etwas richtig gemacht. Und intern wollen wir eine Firma bauen, die auch beim Wachsen ein Ort bleibt, an dem man gerne arbeitet.
Wie stelle ich mir ein glückliches Berufs-/Leben vor?
Ganz ehrlich: morgens Lust haben anzufangen. An etwas arbeiten, das wirklich zählt, mit Leuten, die man mag und denen man vertraut. Für uns gehört beides dazu, das Bauen und das Leben drumherum, also auch mal abschalten, Sport, Freunde, in Münster unterwegs sein. Glücklich ist für uns nicht „irgendwann am Ziel“, sondern wenn sich der Weg selbst richtig anfühlt.
Was möchte ich anderen „Neu-Gründern“ mit auf den Weg geben?
Redet früh mit Kunden, bevor ihr monatelang etwas baut, von dem ihr nur glaubt, dass es
jemand braucht. Sucht euch ein Team, mit dem ihr auch die zähen Phasen aushaltet, denn die
kommen garantiert. Und verliebt euch ins Problem, nicht in eure erste Lösung. Der Rest ist
Dranbleiben, auch wenn es mal nicht läuft.