Warum ich mich selbständig gemacht habe?

Marin: Ich habe lange geglaubt, dass Sicherheit das Wichtigste ist, und mich deshalb nie mit dem Gedanken an eine eigene Firma beschäftigt. Umgestimmt hat mich nicht der Reiz der Selbstständigkeit, sondern die Erkenntnis, dass die Beratung, an die ich glaube, in vorhandenen Strukturen keinen Platz hat. Sie braucht Unabhängigkeit, sie braucht Zeit, und sie braucht jemanden, der bereit ist, dafür auf Bequemlichkeit zu verzichten. Genau deshalb gibt es Candora, mit allen Bedenken, die dazugehören. Rückblickend war das Risiko nicht die Gründung, sondern die Aussicht, in zehn Jahren immer noch dieselben Kompromisse zu machen.

Hendrik: Bereits bei meiner ersten Vermittlung als Tätigkeit in der Personalberatung, habe ich darüber nachgedacht, diesen Beruf einmal selbstständig auszuüben. Ich habe den gesamten Auftrag, die komplette Wertschöpfungskette von der Akquisition bis hin zur finalen Rechnungsstellung, alleine abgebildet. Ich stellte eine Leidenschaft an dem Beruf fest und habe von Mentoren ein Talent bestätigt bekommen – und habe als Quereinsteiger etwas gefunden, worin ich richtig gut bin. Hinzu kommt, dass besonders Mandate im Executive Search ein People Business sind, womit ich ausdrücken möchte, dass ein Kunde mit mir als Person arbeitet und weniger mit dem Unternehmen.

Was für mich und mein Leben Selbständigkeit bedeutet?

Marin: Selbstständigkeit bedeutet für mich vor allem Gestaltungsfreiheit. Ich kann selbst entscheiden, wann, wo, wie und mit wem ich arbeite und erlebe die Konsequenzen meiner Entscheidungen unmittelbar. Dadurch arbeite ich heute unternehmerischer, schaue stärker über den Tellerrand hinaus und fühle mich zugleich ausgeglichener und wirksamer. Langfristig soll mir die Selbstständigkeit Unabhängigkeit, eine bessere Verbindung von Familie und Beruf und vor allem Sinn und Selbstverwirklichung ermöglichen.

Hendrik: Ich kann meinem Talent und der intrinsischen Motivation mehr Spielraum geben und muss keine Umsatzziele erreichen, die jemand anderes für mich festlegt. Ich kann in meinem Tempo wachsen und bin dabei unabhängiger. Zusätzlich darf ich nur mit Menschen arbeiten, die mich persönlich wie fachlich weiterbringen und zu welchen ich Sympathie verspüre. Ich kann ich mein Leben besser ausbalancieren und Hochphasen selber steuern.

Wo sehe ich die Ziele für meine Firma/ für mich selbst?

Unser Ziel ist es, Candora in den kommenden Jahren und Jahrzehnten als führende Executive-Search-Boutique für den industriell geprägten Mittelstand in Münster, Osnabrück und OWL zu etablieren. Dabei wollen wir primär familiengeführte Unternehmen bei der Besetzung kritischer Führungspositionen auf C-Level sowie auf den ersten beiden Führungsebenen darunter unterstützen. Wir verstehen unsere Arbeit nicht als reine Personalsuche, sondern betrachten ein Unternehmen in seiner Strategie, Struktur, Kultur und Vision. So wollen wir als Vertrauenspartner und Brückenbauer Menschen und Unternehmen zusammenführen, die wirklich zueinander passen und gemeinsam etwas bewegen können. Wachstum ist für uns kein Selbstzweck. Wir wachsen nur mit Menschen, die unsere Werte, unsere Arbeitsweise und unseren Qualitätsanspruch teilen.

Wie stelle ich mir ein glückliches Berufs-/Leben vor?

Marin: Ein glückliches Berufsleben bedeutet für mich, morgens gerne anzufangen und einen echten Sinn in meiner Arbeit zu sehen. Ich möchte mit Menschen arbeiten, denen ich vertraue, mich fachlich weiterentwickeln und am Ende des Tages das Gefühl haben, etwas bewirkt zu haben. Arbeit soll mir nicht dauerhaft Energie nehmen, sondern mir im besten Fall auch Kraft für mein Privatleben geben. Glücklich bin ich deshalb dann, wenn Beruf, Familie, Freunde und persönliche Interessen nicht gegeneinander arbeiten, sondern sich sinnvoll ergänzen.

Hendrik: Ein Glückliches Berufsleben bedeutet für mich, ein Ziel zu verfolgen und dabei den Weg zu genießen. Ich möchte den Weg mit allen unternehmerischen Freiheiten beeinflussen können und mir aussuchen, mit wem ich arbeite. Darüber hinaus sehe ich in meinem Leben kein zusätzliches Berufsleben – sondern den Beruf als Teil von dem großen Ganzen. Ich bin folglich glücklich, wenn ich mir meinen Beruf genau wie meine Beziehungen, Freunde und Interessen ausgesucht habe.

Was möchte ich anderen „Neu-Gründern“ mit auf den Weg geben?

Man muss nicht versuchen, vor der Gründung bereits jede Eventualität zu durchdenken. Vieles klärt sich erst auf dem Weg. Rat ist wichtig, sollte aber sehr bewusst ausgewählt werden, denn zu viele Meinungen können mehr verunsichern als helfen. Entscheidend ist, dem eigenen Urteil zu vertrauen, Fehler zuzulassen und daraus zu lernen. Eine solide Vorbereitung gehört dazu, am Ende braucht es aber auch den Mut, den eigenen Weg zu gehen.

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